[winterkinder]

Samstag, 6. März 2010

Angesichts zweier Erzählungen von Kinderunfällen, die es hier und hier in den netdigest geschafft haben, möchte ich für die Blogleser auch mal einen Schwank aus meiner "Jugend" zum Besten geben. Zumal es ja auch wettertechnisch heute nochmal richtig gut passt :-)

Ich nahm den 6jährigen Sohnemann meiner damaligen Freundin mit zum Schlittenfahren und ließ ihn nach ein paar gemeinsamen Abfahrten und ausuferndem Betteln schließlich auch alleine den Abgrund runter schießen. Bei der dritten oder vierten Fahrt kam es dann zum wohl unvermeidlichen, spektakulären Überschlag mit sofort einsetzendem markdurchdringendem Schreien.

Unter den vorwurfsvollen Blicken der umstehenden mittdreißiger Mustermütter (ich war damals 25) rannte ich zum Unfallort. Ein Grüppchen schaulustiger Damen hinter mir her. Der erste Eindruck ließ keine Verletzungen erkennen. Kein Blut, alle Extremitäten vollzählig vorhanden, in Ursprungsform und beweglich. Der Kleine schrie einfach nur ununterbrochen. Wie Kinder das eben zu tun pflegen, wenn sie glauben es gehöre sich in einer Situation. Diverse mögliche Katastrophendiagnosen der Übermütter ließ ich unkommentiert.

Stattdessen wechselte ich Gesichtsausdruck und Stimmlage von erschreckt zu begeistert und sagte: "Junge!! Ein DREIFACHER ÜBERSCHLAG!! Wie cool war DAS denn bitte!?" Totenstille bei den Damen, die vermutlich glaubten, ich hätte jetzt vollkommen den Verstand verloren. Aber auch der Kleine hörte sofort auf zu schreien, kuckte mich irritiert mit seinen verheulten Augen an und fragte "Eeeecht?" wischte sich den Rotz von der Nase "Hast du es gesehen?!"

Entsprechend erzählte er beim Heimkommen seiner Mutter dann auch nicht die Geschichte des schrecklichen Unfalls unter erneuten Tränen, sondern beifallheischend den Ablauf seines allerersten Stunts. Kinder eben :-)

[assessment's creed]

Mittwoch, 17. Februar 2010

"...möchten wir Sie am $DATUM von 14 bis 18 Uhr zu einem Assessment-Center in unserem Haus einladen. Bitte bereiten sie eine dreiminütige Präsentation vor, um ihr Profil zu vertiefen." Produktmanager in der Spielebranche, noch dazu bei einem großen Publisher, mein Traumjob (btw war es nicht Ubisoft, falls das jemand aufgrund des Titels vermutet!). Etwas Branchenerfahrung hatte ich durch mein Praxissemester ja gesammelt. Die Freude war tagelang entsprechend groß, dann kamen die Zweifel. Was ziehe ich an, wie soll ich die für die Präsentation vorgegebenen Punkte in drei Minuten unterbringen und mit wem konkurriere ich eigentlich?

Nach mehreren Ratschlägen entschied ich mich klamottentechnisch für eine dunkle Bluejeans, ein weißes Hemd und ein schwarzes Sakko. Nur eine Stufe über dem meiner Erfahrung nach branchentypischen Stil. Um einerseits zu zeigen, dass man durchaus dazu passt, andererseits aber den Anlass zu schätzen weiß. Die Präsentation habe ich von ursprünglich knapp 10 Minuten auf Best-Case-Szenario 3:30min gebracht, good 'nuff. Was sich sonst noch mit mir auf dem Bewerbermarkt tummeln wird, konnte ich absolut nicht einschätzen. Werden vier andere da sein, oder zehn? 25-jährige Studentenfrischlinge oder 35-jährige Brancheninsider? Stille Mauerblümchen oder selbstprofilierende Alpha-Tierchen?

20 Minuten vor 14 Uhr war ich da, und es saßen schon 6 Leute im Vorzimmer. Nungut, "die Letzten werden die Ersten sein", dachte ich grummelnd. Kurz nach mir kamen dann aber zwei weitere, fünf Minuten später nochmal drei Bewerber. Wow. Wir wurden ins Besprechungszimmer geführt und auf dem Weg kamen nochmal zwei dazu. Es waren also zu meinem Entsetzen Erstaunen am Ende insgesamt 14 Bewerber. Der zweite Schock: "Bitte halten Sie Ihre Präsentation auf Englisch", und ich wusste: good bye, best-case...

Ich saß relativ am Ende der Runde und konnte mir zumindest noch einige Formulierungen zurechtlegen, während ich mehr oder weniger überrascht von den anderen Bewerbern war. Doppeldiplome, Fraunhofer-Projektleiter, jahrelange Branchenerfahrung und Muttersprachenqualität einerseits, Studiumsfrischlinge, Bankkaufleute und Sachbearbeiterinnen andererseits. Und es wurde schnell deutlich, ich war Mittelmaß. Alter, Branchenerfahrung, Englisch, Selbstpräsentationsfähigkeit, egal. Mit dem Kopf einer der Beobachterinnern gedacht (2 Personalerinnen, 2 senior managerinnen, 2 junior managerinnen), gab es keinen Grund, sich am Ende des AC überhaupt noch an mich zu erinnern. Eine eher ungewöhnliche Situation, ich begann mich unwohl zu fühlen. Aber ich konnte zumindest etwas von den meiner Meinung nach "schlechteren" Bewerbern lernen...

Wenn du drei Minuten Redezeit hast um dich vorzustellen, verschwende nicht zwei dafür um fragwürdig zu begründen warum du 8 Jahre lang studiert hast. Wenn du ein Studium abgebrochen hast, begründe es nicht hauptsächlich mit einem Mangel an Selbstdisziplin. Wenn du gebeten wirst englisch zu reden, sag nicht "Es tut mir Leid, ich würde es trotzdem gerne einfach auf deutsch halten" und beginne deinen Vortrag noch bevor die Personalerinnen erschreckt aufgeschaut haben, geschweige denn dir eine Antwort geben können. Klatsche nicht nach jedem holprig aufgezählten Punkt begeistert in die Hände. Seriously, you can't make that shit up...

Die Postkorbübung lief meinem Gefühl nach überraschend gut, ich hatte aber auch den Eindruck, dass es nicht all zu viel falsch zu machen gab und die Zeit war zudem großügig bemessen. Die anschließende Gruppendiskussion war für mich persönlich ein Desaster, weil sie darauf hinauslief, dass sich die beiden lautesten und erfahrensten Mitbewerber eine Zweierdiskussion lieferten, während ich und die 11 anderen hin und wieder einen Stichwortsatz ergänzten. Diesem Schaulaufen der Eitelkeiten räumte man geschlagene 45 Minuten ein und es endete damit, dass die beiden Großkotze noch jeweils 4mal versuchten das letzte Wort zu haben um letztendlich als der ultimative Kompromissfinder aus der Diskussion hervorzugehen. Ich bitte hierbei zu beachten, dass ich nicht neidisch war, sondern ehrlich angewidert.

Es folgte eine 45minütige schriftliche Aufgabensammlung mit "Vollende die Zahlenreihe"- und "Vervollständige das Wort". Besonders beachtenswert fand ich die lausige Qualität der Kopien, die mich an den Kopierer aus der Grundschule erinnerten. Die Aufgaben waren mit Schreibschrift überschrieben. Entweder stammten die Kopiervorlagen original aus den 80er Jahren oder...nein, es kann keine andere plausible Erklärung geben. Ich frage mich darüber hinaus, welche Aussage solche erlernbaren Tests für die Eignung eines Kandidaten haben. "Wow, Peter Müller hat exzellent abgeschnitten. Entweder er ist ein Genie oder er hat ein Buch über Assessment-Center gelesen". Nunja, aber was weiß ich schon.

Das abschließende Gespräch dauerte bei allen Kandidaten zwischen 3 und 5 Minuten. "Wie hat es Ihnen gefallen, wen würden sie an unserer Stelle einstellen, was spielen sie denn so für Spiele, haben sie noch irgendwelche Fragen?" Zu den Antworten jeweils ein kurzes freundliches Nicken, kaum Nachfragen, kein Gespräch. Eher ungeeignet um sich zumindest halbwegs ein Kandidatenbild zu erstellen. Wie irgendwie auch der ganze Tag.

Letztendlich sehe ich mich nicht völlig chancenlos, da ich mich durchaus nach wie vor als optimaler Kandidat für das Stellenprofil sehe. Mit breit gefächerten Erfahrungen in gerade noch der richtigen Tiefe und guten social skills, im Prinzip der absolut perfekte Kompromiss des vorhandenen Kandidatenpools. Aber ich weiß nichtmal, ob sich irgendjemand auch nur meinen Namen gemerkt hat...

[winDC!]

Mittwoch, 13. Januar 2010

Ein Päckchen? Für mich? Ich hab doch nix bestellt. Hab ich schlaftrunken auf irgendwas bei eBay geboten - eigentlich auch nicht. Ich kenne auch keine J. aus München. Wtf?!
Abgenommen hab ichs dem Boten aber trotzdem mal. Eine Paketbombe erwartete ich schließlich ebenfalls nicht und er hat sich außerdem auch wirklich nett dafür entschuldigt, mich frühmorgens um 11 rausgeklingelt zu haben...

Tjaaaaa, und beim öffnen war ich dann plötzlich ganz schnell wach:


7 DVDs, Mikrowellenpopcorn und ein Flaschenöffner mit Schlüsselband

Die Lösung? krustyDC hat bei Chiefjudy's Weihnachtsgewinnspiel mitgemacht, ein Photo von sich beim Weihnachtsshopping eingeschickt und den zweiten Platz verliehen bekommen :-) Damit hat sich der Bestand meiner DVD-Sammlung auf einen Schlag mehr als verdoppelt!

An dieser Stelle also nochmal ein herzliches Dankeschön an Jury und Judy in Personalunion für die geilen Geschenke und die gelungene Aktion. Mein perfider Plan an Judys Privatadresse zu kommen ist endlich doch noch aufgegangen...

[Amerika in kleinen Stücken #3]

Montag, 16. November 2009

How many roads must a man drive down?

Der Mietwagen war ein goldiger schwarzer Honda Civic. Aber man hat seine Ansprüche bei einbrechender Dämmerung und ohne Alternativplan irgendwann dann auch völlig über Bord geworfen. Beim Checkout wollte man uns einfach problemlos rauswinken. Erst als ich ausgestiegen bin und den Wagen rundrum fotografiert habe, begann der alte Mann zähneknirschend ebenfalls seinen Job ordentlich zu machen und die Kratzer zu dokumentieren. Hach, es ist toll, deutscher zu sein ;-)
Selbstverständlich habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, ein extra noch daheim gekauftes Deutschland-Fähnchen ans Auto zu klemmen. Überraschenderweise gab es darauf in der ganzen Zeit keine sichtbaren negativen Reaktionen. Auf den Rastplätzen wurde man immer angelächelt, oft wurde man gefragt wo man genau herkomme und viele erzählten dann auch wo sie stationiert waren bisher.



In 5 Tagen habe ich knappe 2000km Straße abgespult, alleine, die Mädels hatte ich auf die billigen Sitze verbannt. Dabei war ein 800km Trip von Toronto Canada bis runter nach Philadelphia der anstrengendste Teil, bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von üblicherweise rund 120Km/h (oder WENIGER) wohlgemerkt. Liebe Grünen, denkt nicht mal dran, fickt euch!





Üblicherweise habe ich mich auch an alle Verkehrsregeln gehalten. In den seltenen Ausnahmen (3 Fahrspuren kreuzen weil man die Ausfahrt noch kriegen will, anhalten auf der Straße weil das Navi noch überlegt,...) hatte ich wohl Glück. Kein einziger Kontakt mit den Cops, das schaffe ich ja nichtmal in Deutschland ;-)



Nur in Toronto waren die Autofahrer wirklich unerträglich. Schlimmer als Ludwigsburg und Bonn zusammen. Zustätzlich ging mir das Geseier der Mädels mal so auf den Sack, dass ich sie rausgelassen habe um per Fuß die Hotels abzuklappern.
Kippe an, Fenster runter, die Ärzte aufgedreht und pedal to the metal. Einfach mal ne halbe Stunde vollgas durch die Stadt, vertreibt Kummer und Sorgen. Kumpel Christian beschrieb dies später mit "Do as the locals do" und das sollte mir noch einige male hilfreich sein.

[Amerika in kleinen Stücken #2]

Freitag, 13. November 2009

How I met my travelmates

Die kräftige afro-amerikanische Frau am Tresen der Autovermietung kaute gelangweilt auf ihren 5 Kaugummis. Nein, ich habe nicht im vorraus gebucht. Nein, ich habe keine Reservierung. Gut, dann würde sich das auf $125 pro Tag belaufen, rechnete sie mir das günstigste Angebot vor. Bei 5 Tagen wäre das ein Viertel meines geplanten 4-Wochen Budgets gewesen, nur für das Auto. Ohne Sprit, Maut, Übernachtungen oder Essen. gnarf...

Genervt zeigte die Dicke auf 2 Mädchen, die hinter mir auf der Bank saßen und anscheinend ebenfalls über Vermietungsangeboten grübelten, "Are you together with them?" Und der Clown der ich nunmal bin antwortete ich mit einem scherzhaften Machogrinsen "Well...not yet." und erntete nur einen noch genervteren Blick.

Ich beschloss, mein Glück in der Autovermietung nebenan zu versuchen. Und was jetzt kommt, kann ich bis zum heutigen Tag nicht so ganz glauben. Die beiden Mädchen dackelten mir hinterher und sprachen mich an.
"Exquuhs mi, ju ar olso lucking for ä caaar?" - "Ihr sprecht deutsch, oder?" - "hihi, äh, ja. Du suchst ein günstiges Auto, oder? Wir wollen nämlich ein paar Tage an der Ostküste entlang fahren und brauchen einen Fahrer über 25..."

Wie sich herausstellte waren die beiden schweizer Stewardessen auf ihrem ersten USA-Trip, und mich mit den beiden zusammenzutun und die Kosten zu teilen klang natürlich einigermaßen interessant. "If life gives you lemons ask if tequilla is complimentary on this trip." Wir einigten uns auf die Niagara-Fälle, Toronto, Philadelphia und Washington D.C. und so ging ich mit den beiden Mädels im Schlepptau zurück zur Dicken und sagte, wir nehmen das Angebot an.
Ihren völlig entgleisten Blick werde ich nie vergessen...

[Amerika in kleinen Stücken #1]

Donnerstag, 12. November 2009

Prelude

Der Gedanke in die USA zu fliegen war im Prinzip innerhalb von 3 Wochen gefasst und geplant. Die Verwandtschaft wurde per Rundmails informiert, vereinzelte Freunde und ehemalige Fatcamp-Kollegen wurden angeschrieben: "Who wants to have me?"
Und später etwas deutlicher: "I SAID: WHO WANTS TO HAVE ME?!"

Im großen und ganzen war grob geplant: 1. Woche bisschen Ostküste rumfahren und Leute besuchen, Wochenende Atlanta, 2. Woche Verwandtschaft in Kansas City, MO, 3. Woche Vegas, 4. Woche Verwandtschaft in Columbus, OH. Klang vernünftig genug für mich, einzelne Rückmeldungen aus den Staaten klangen auch halbwegs optimistisch.

Das Problem war, dass ich bis zu meiner Landung in NYC nicht wirklich einen Plan für die ersten Tage an der Ostküste hatte (Ich sah darin bis zu meiner Landung allerdings auch kein Problem). Egal wohin man reist und wie verworren die spätere Planung auch sein mag, für die ersten Tage sollte man IMMER einen Plan haben (Ich mache diese Fehler, damit ihr sie nicht machen müsst!). Ich bin also tatsächlich am Flughafen einfach mal in die erstbeste Autovermietung gegangen und wollte mir einen Wagen für ein paar Tage holen. 200-300 Dollar sollte mir der Spaß wert sein. Ich war ja so naiv...

[usaDC]

Samstag, 29. August 2009

Cultural Learnings of American for Make Benefit Glorious krustyDC

Ich fliege morgen in die US of A :-)
Vier Wochen lang reisen, Freunde und Familie besuchen und leben. New York, Boston, Washington, Atlanta, Kansas City, Phoenix, Las Vegas, Los Angeles und Coumbus, vielleicht Montreal. Mit etwas Glück finde ich eine prepaid Datenflat fürs handy für meine tägliche Dosis Interkoks äääh -net um euch zu allermindest mit Twitter auf dem Laufenden zu halten. Ansonsten muss ich wohl noch öfters in die Starbuckse einkehren als eh schon geplant :-)



Hier fehlt jetzt eigentlich immer noch der [deutschlandreiseDC #3]. Aber nachdem ich gestern endlich mal handy und Digicam gecheckt und festgestellt habe, dass ich davon noch weniger Bilder habe als gedacht (eigentlich nur zwei), finde ich das zu armselig. Vielleicht krieg ich aber ja noch welche geschickt? Ich erwarte immer noch mindestens eines von Kerstin! :-D

Heute um 20:00Uhr steigt außerdem die krustyDC Abschiedsrunde Battlefield 2 auf dem H&V Server :-)

[arno-und-krustyDeluxeCamping]

Freitag, 28. August 2009

Arnos Eltern waren sichtlich unzufrieden, als sie hilflos mit ansehen mussten, wie wir wahllos Grill, Airbeds, Zeltutensilien, Klamotten und Einkäufe in meinen Golf packten, ohne dass wir Sie als erfahrene Caravanieri dabei um Rat gefragt hätten. Sie schienen sogar ernsthaft persönlich beleidigt.
Gut, ich hatte auch nicht erwartet, dass bei zwei Mann trotz umgeklappter Rückbank bis zur Decke gestopft werden musste, aber es passte eben trotzdem alles. Was zur Hölle sollte es uns ausmachen, dass man es objektiv "besser" hätte packen können?




Wir fuhren die Nacht durch, erreichten Prerow an der Ostseeküste am frühen Morgen und bekamen irgendwann auch mal unseren Zeltplatz in den Dünen zugewiesen. Den Aufbaufail vor Ort haben wir dank Generalprobe zuhause vermieden (“Arno…warum hängen die Abspannleinen eigentlich innen?”).


Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie ich den ersten Urlaubstag mit einer Stunde Schlaf während der Autofahrt überstehen konnte. Die drei Mr.Brown Kaffees waren sicherlich hilfreich, wenn auch vermutlich nicht gesund. Zumindest aber besser als das Bier, mit dem der erfahrene Ostseecamper anscheinend üblicherweise bei morgendlicher Ankunft (7uhr!) aus dem Auto steigt.



Das Wetter, die Ostsee und der Campingplatz waren phänomenal. Nur mit der Mentalität der Mitcamper konnten wir uns nicht so recht arrangieren. Nach den ersten Tagen begannen wir, sie nach Gruppen zu kategorisieren (Jane Goodall comes to mind): 'alt und spießig', 'jung und dümmlich' und ganz schlimm: 'jung, dümmlich und laut'. Dazwischen gab es nicht viel. „krusty! Neue Nachbarn!“„Laut?“„Nee, ich glaub nur dumm.“

Amüsant war auch die Geschichte als wir im Strandcafe saßen. Ein Mittvierziger in Badeklamotten, der Unterlagen und Laptop auf seinem Tisch ausgebreitet hatte und ein scheinbar wichtiges Business-Telefonat führte, beteuerte seinem Gesprächspartner im lapidarst möglich klingendem Tonfall "Nein, nein, also der Stressfaktor hier ist verschwindend gering." Wir haben gelegen vor Lachen und er beendete das Gespräch dann recht zügig.



Arno und ich verstanden uns hingegen bestens. Bis auf die Momente natürlich in denen wir uns anzickten wie Paris Hilton und Alice Schwarzer beim Schamhaarfriseur. Eines Abends setzte sich eine ältere Nachbarin zu uns vors Zelt, weil wir ja immer "so witzig“ mit anzuhören seien. Und sie schien dann doch etwas enttäuscht, als wir im Gesprächsverlauf klarstellten, dass wir überhaupt nicht schwul und erst recht kein Pärchen sind...

Einen Regentag mit nächtlichem Gewitter galt es außerdem zu überstehen. Die Zeltnähte zeigten irgendwann altersbedingte Schwächen und gaben dem Wasser nach, woraufhin wir mit medizinischem Tape, Luftmatratzen und Regenjacken improvisierten. Ich verglich unser Werk am Ende mit einem Hippiecamp im Redneckvorgarten...


...und ich glaube, das war noch geschmeichelt.

Aber die Sonne und das Salzwasser hatten anscheinend merkwürdige Auswirkungen auf meine Körperfunktionen. Als ich auf der Promenade zwei vielleicht 15jährige Mädchen überholte, bemerkte die eine in schmachtendem Tonfall "hmmmmm...der Herr riecht nach Keksen..."
JA, genau DAS hat sie gesagt. Und sie meinte es positiv, wie sie mir auf meinen entgleisten WTF-Blick hin erklärte, sich sichtlich ertappt fühlend.
Trotz anfänglicher Faulheit habe ich es außerdem geschafft mich zum Joggen zu bewegen, und wurde belohnt mit der vielleicht schönsten Laufstrecke Deutschlands. Über den Bodden, Natur pur, phantastisch.

Die Rückreise traten wir einen Tag früher an als ursprünglich geplant (und bezahlt). Arnos Airbed (Deluxe Camping) hatte das Zeitliche gesegnet und er hätte dann im Auto geschlafen, es war erneut ein Gewitter angesagt und wir hätten am nächsten Tag bis 12 mittags weg sein müssen. Also packten wir gemütlich zusammen, stopften das Zelt in die Mülleimer und verpissten uns :-)

[demoDC #2]

Samstag, 6. Juni 2009



Ich war da, Zockerkollegin Battlemetz hat mich begleitet, wir hatten Spaß.
Für euphorische Berichterstattungen verweise ich auf andere Autoren, zum Beispiel hier oder da. Ich sehe meine Aufgabe hier eher im konstruktiven Kritisieren ;-)
Dort und daneben gibt es noch mehr Bilder, anderswo auch ein nettes Kurzvideo.



Der Marsch durch die Fußgängerzone und Gässchen Karlsruhes zog in der Tat große Aufmerksamkeit auf sich und hat sicherlich sein Ziel nicht verfehlt.
Was andere Berichterstatter und Kommentatoren verschweigen ist allerdings die Tatsache, dass die beiden "Kundgebungen" mittendrin und am Ende der Demo jeweils völlig ab vom Schuss und somit quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. GOTT SEI DANK, möchte ich bemerken.



Denn das, was die beiden 19jährigen Organisatoren zunächst als Hauptredner der Zwischenkundgebung so von sich gaben veranlasste mich dazu, erneut zu überprüfen, ob ich nicht vielleicht doch telepathische Fähigkeiten habe... ("Ohmmmm... unsere Gehirnströme gleichen sich an... ohmmmm... du kannst mich hören... ohmmmm... HALT DIE FRESSE JETZT!!")



"Ey Leute, ich hab ne Rede vorbereitet, aber hatte dann keine Zeit mehr. Ich zieh mir hier jetzt alles aus'm Arsch. Genau so wie wir uns die ganze Demo aus'm Arsch gezogen haben!" - Äääähm...ja...danke.



"Ich spiele seit 6 Jahren CS, hab also mit 13 angefangen, durfte ich eigentlich gar nicht. höhöhö." - Okaaayyy...
Und an dieser Stelle dachte ich echt, ich hätte das durch Olli Geißen definierte Maximum an Fremdscham erreicht, da ruft der Junge seine eigene Mutter auf die Bühne: "Es ist Zeit, dass Eltern Verantwortung für ihre Kinder übernehmen!!!" - omg. Fail!?



Egal, der Tross zog weiter, machte wieder Lärm und sang die Tetris-Melodie, bis wir an der Schwarzwaldhalle ankamen. Kleine Bühne in der hintersten Ecke des riesigen Vorplatzes. Kamen bei der ersten Kundgebung noch vereinzelt Spaziergänger vorbei, war man hier wirklich unter sich. Und das war wichtig, denn was jetzt noch kam unterbot alles.



Man musste eine halbe Stunde totschlagen, weil wir zu früh ankamen und es noch zu hell für das Programm mit Videobeamer war. Also stellte sich so ziemlich jeder Betreuer, der irgendwie an der Vorbereitung beteiligt war, gefühlte drei mal vor und erzählte "Anekdoten" von den Vorbereitungen und aus ihrem Gamerleben.



Der Abends näherte sich stetig seinem Tiefpunkt, als einer der Organisatoren die Komponenten seines PCs aufzählte. Und er war erreicht, als ein anderer Orga dann das Mikrophon übernahm und meinte, er müsse da nun "mit meinem Rechner dagegen halten..."


"Achtung, ich habe einen Gameboy. UND ICH WERDE IHN AUCH BENUTZEN!!"

Die Organisatoren hatten sich außerdem vorgenommen, keinen Politiker zu Wort kommen lassen zu wollen. Was natürlich sehr sinnvoll ist, wenn man für eine öffentliche Diskussion statt Diskriminierung demonstriert. Ausgerechnet ein Politiker, den man dann doch ans Mikrophon ließ, war es aber, der am Ende endlich mal einige klar formulierte Botschaften und den Spielern damit aus dem Herzen sprach, ohne sich dabei wie ein Pennäler während des ersten Vollrausches zu blamieren.

Und das war ausgerechnet der MdB Tauss, der im März diesen Jahres mit Kontakten zu Kinderpornographie Schlagzeilen machte.
Andere Leute meinen dazu "Hoffentlich wissen die Medien, das zu differenzieren."
Ich sag dazu nur "The Fuck, guys!? Seriously...the FUCK?!"


Eine Stadt mit eigener Deathmatch-Arena. "Oh the irony..."

Natürlich war das ganze Ding in 10 Tagen organisiert worden. Und natürlich musste einiges improvisiert werden. Und auch wenn ich furchtbar negativ klinge, das wichtigste ist, dass sowas überhaupt mal stattgefunden hat. Und dass wir Spaß hatten :-D

[nahe zukunftDC #2]

Donnerstag, 21. Mai 2009

Ich werde immer wieder gefragt, wie es nach der Thesisabgabe am 19.6. bei mir nun weitergeht.

Momentan sieht es danach aus, dass ich in den 3, 4 Sommermonaten einfach wieder als Eventbetreuer, Promoter und Hochseilgartentrainer jobben werde. Agenturanfragen dazu bekomme ich mittlerweile fast täglich. Die Frage von Kumpel eisebs, ob denn ein richtiger Job nicht "lukrativer" wäre, kann ich - abgesehen davon, dass momentan nunmal auch keiner in Aussicht wäre - verneinen. Ich kann für 1500 bis 1700euro netto entweder 22 Tage im Monat fest angestellt arbeiten oder 15, 16 Tage jobben. Wobei ich gar nicht soviel zum Leben brauche und wohl auf den einen oder anderen Hunni verzichten werde.

Nebenbei bliebe so noch genügend Zeit um das dann gekaufte Mopped in Deutschland rumzuführen, den einen oder anderen Auslandsbesuch zu tätigen und sich ausgiebig um Bewerbungen zu kümmern. Stress wegen eines nicht-stringenten Lebenslaufes habe ich mir ja eh noch nie gemacht :-)

[mopped #2]

Dienstag, 12. Mai 2009

Der Clown ließ Taten folgen, und schaute gestern mal bei besagtem BMW-Händler mit dem Abwrack-Angebot vorbei.
Die F800R war da und ich durfte sie auch probefahren.

Gesamtkilometerleistung der Vorführmaschine bis dato: 1 km!
Ich: "Ok, ich werds eh langsam angehen lassen."
Vk: "Das ist egal, nur wegen den neuen Reifen besser noch nicht zu schräg reinlegen."
Ich: "Gut, aber ich fahr auch nicht direkt auf die Autobahn."
Vk: "Wie gesagt, nur wegen den Reifen aufpassen..."


Ja, orange ist sie echt hässlich, aber die hatten sie nunmal da

Und trotz dieser Quasi-Einladung bin ich dann tatsächlich nicht auf die Autobahn. Ich bin schließlich 5 Jahre lang fast überhaupt nicht mehr gefahren, da werd ich 'nen Teufel tun und mich mit Jeans und 'ner bereits zerfledderten Textil-Motorradjacke direkt ins Jagdgebiet stürzen...

Es ist trotzdem immer wieder erstaunlich, wie völlig verändert man am Steuer eines Motorrades fährt. So viele Ordnungswidrigkeiten wie ich in den ersten 5 Minuten der Fahrt begangen habe, schaffe ich mit dem Auto sonst in einem Jahr nicht... Allein schon, dass man selten mal eben innerorts auf 120 beschleunigt, um einen Schulbus zu überholen... BÄM! Es ist erschreckend, wie schnell das geht.

Natürlich habe ich auch direkt wieder den ersten Motorrad-Anfängerfehler begangen: ich habe mich bei einer Autoschlange hinten angestellt!

Und natürlich habe ich danach auch gleich den zweiten Motorrad-Anfängerfehler begangen: ich hatte mich an zig Autos vorbei auf die Pole-Position vorgeschlängelt...und bei Grün den Motor abgewürgt. ;-)

Die Maschine kommt aber auch erst ab dem mittleren Drehzahlbereich gut, das bin ich von meiner KTM natürlich anders gewohnt. Ansonsten bin ich aber richtig friedlich gefahren.

Danach habe ich dann noch die G 650 Xmoto für eine Runde entführt.



Im Prinzip ähnlich wie meine alte Maschine, einfach ein geiles, agiles Spaßgerät. Weniger Vibrationen als meine KTM zwar, aber trotzdem ebenso völlig untauglich um damit eine Tour >2h zu fahren. Das bestätigte auch der leicht drückende Schmerz in meinen Oberschenkelhälsen heute morgen beim Aufstehen. Und dabei saß ich gestern keine 20 Minuten auf der schmalen Sitzbank.

Tja und nun muss ich es lediglich noch schaffen, meine KTM wie vom Händler für die Prämie gefordert fahrbereit zu bekommen ("Sie muss halt fahren"). Ein gestriger 10minütiger Versuch sie anzukicken (KTM = "Kick Ten Minutes")  ist schonmal völlig reaktionslos gescheitert.
Gut, darf einen eigentlich auch nicht wundern, wenn man wie ich jetzt mehrere Jahre lang den Benzinhahn hat offen stehen lassen...*argh*

[oralverkehr per pedes]

Montag, 11. Mai 2009

Normalerweise stört das ja nicht sonderlich: Wenn ich lange jogge bekomme ich ne Blase am Fuß, wie zum beispiel damals. Die geht dann nach 3 bis 4 Tagen wieder weg und gut ist's.
Wenn man dann aber plötzlich alle 2 bis 3 Tage laufen gehen will, wird das schnell problematisch...



Eine Blase in der Blase. Phantastisch. Heute erstmal neue Laufschuhe und Socken besorgt...

[mopped]

Samstag, 9. Mai 2009

Seit guten 5 Jahren steht in meiner Garage eine ungenutzte KTM LC4 620 supermoto. Ich hatte sie damals nach einem Jahr in meinem Besitz in der Inspektion, wo merkwürdige Motorengeräusche festgestellt wurden. Danach haben zwei private Bastler ihr Glück daran versucht, in die ich (und einige Freunde - als Geburtstagsgeschenk) rund 600euro investiert habe. Hat aber alles nichts gebracht und ich habe sie stillgelegt. Seitdem stehe ich vor der Entscheidung 1500euro in einen neuen Motor zu investieren, oder das Baby für einen Schrottwert zu verkaufen :-(



Jetzt bietet der ortsansässige BMW Händler 2500euro Abwrackprämie beim Kauf einer neuen Maschine, was bei Neupreisen zwischen 6000 und 9000euro relativ spektakulär ist. Und da ich mir ja das Geld beim Auto gespart habe...träume ich gerade ein bisschen.

Was würdet ihr denn von der neuen F 800 R halten?



Neupreis 8000euro, minus 2500, macht 5500euro für eine neue BMW mit 800cm². Damn, das juckt mich echt...

[paving paradise]

Samstag, 9. Mai 2009

Die Nachbarn hier im Wohngebiet ziehen Konsequenzen daraus, dass 5 Familienmitglieder jetzt 7 Autos besitzen und betonieren einen Teil ihres Gartens für Stellplätze. Ich finde das irgendwie deprimierend, andererseits kann ich in Zukunft wieder vor dem Haus parken...

Speziell hierzu und zur Allgemeinsituation ebenfalls passend:


[bachelorDC #3]

Donnerstag, 7. Mai 2009

Verlängerung der Bearbeitungszeit FTW!! :-D

Nachdem mir sowohl der betreuende Professor, als auch die IT-Betreuer der Hochschule attestierten, dass der große Auswertungsumfang der Studie aufgrund mangelnder Erfahrungswerte nicht vorhersehbar war, gab heute auch der Vorsitzende des Prüfungsausschusses grünes Licht.
Natürlich hat es auch einen Arsch voll anderer Gründe warum ich zeitlich hinten liege, aber mit privaten Krisen oder anfänglicher ProkrustynationDC wollte ich es eher nicht versuchen...

Ich hätte einfach wirklich wie alle anderen erstmal anfangen sollen zu schreiben, und die Arbeit erst anmelden sollen, wenn das Ziel absehbar gewesen wäre. Aber ging ja nochmal gut. Wie immer...

Neuer Abgabetermin nun: 20.06.2009.

Wäre schön, wenn ich das mal nicht ganz ausreizen würde.
Nur ein einziges mal.
Zur Abwechslung...


Auch interessant:
[bachelorDC #1]
[bachelorDC #2]