[to arrr or not to arrr]

Montag, 28. Dezember 2009

Wer mich kennt weiß, dass ich hin und wieder gerne unpopuläre Meinungen mit wakeliger Kenntnis der Fakten aber um so größerer Hingabe vertrete. Ich riskiere das mal wieder und freue mich auf eine ausufernde Kommentardiskussion...

Die Musikindustrie ist böse, denn sie möchte Geld verdienen mit einem beliebig vorhandenen Gut, nämlich Musikdateien. Piraten und P2P-Nutzer sind gut, denn sie vertreten die Meinung, dass nur Geld verdienen darf, wer auch tatsächlich etwas herstellt was man anfassen kann und Musik sowieso allen gehört, genau wie Luft und Wasser. Das ist abgefuckter Blödsinn. Musik ist ein Produkt. Dahinter stehen Kosten für Instrumente, Studios, Produzenten und böse Leute in Plattenfirmen, die auch noch was verdienen wollen. Nicht zu vergessen, die eigene Lebenszeit, die alle Beteiligten dabei investieren. Der bauernschlaue Konsument sagt nun "Ich mag euer Produkt, aber ich mag nicht wie ihr es vertreibt. Solange ihr keinen Vertriebsweg gefunden habt, der mir gefällt, benutze ich euer Produkt unentgeltlich und steigere mich solange in eine bescheuerte Das-ist-kein-Diebstahl-weil-ich-es-nicht-anfassen-kann-Grundsatzdiskussion hinein bis ihr aufgebt."
Das ist Erpressung. Und nur weil es viele machen und niemand so richtig juristisch durchblickt macht es das moralisch nicht vertretbar. Der einzige, der darüber zu entscheiden hat, wann, wo und wieviel er für sein Produkt verlangen will, beziehungsweise muss, ist der Musiker selbst. Und auch wenn viele "verhinderte Konsumenten" das nicht einsehen wollen: Der Musiker will Geld mit seiner Musik verdienen. Er ist nicht gezwungen zu einer Plattenfirma zu gehen, die neben seiner Vermarktung auch seine Rechtevertretung übernimmt. Er wählt diesen Weg freiwillig, weil er sich dafür entschieden hat, dass seine Fans diesen Preis für seine Musik bezahlen sollen.



"Aber es gibt Musiker wie Ey Lou Flynn, die stellen ihre Musik kostenlos zu Verfügung, und nur wer möchte, bezahlt auch was dafür. Das ist fair und viel toller als das was die böse Musikindustrie macht!!" retourniert die Weichbrot-statt-Hirn-Fraktion. Natürlich gibt es Musiker, die sich für diesen Weg entschieden haben. Weil sie keinen Plattenvertrag bekommen, nicht massenmarkttauglich sind, aus reinem Idealismus oder wie im genannten Beispiel als Mund-zu-Mund-Experiment. Dann hört aber doch bitte auch einfach nur deren Musik. Nur weil ihr in der Kneipe kostenlose Postkarten mitnehmt klaut ihr doch auch keine beim Schreibwarenhändler. Unterschiedliche Produkte, unterschiedliche Vertriebswege, jeder Konsument darf für sich entscheiden ob er den verlangten Mehrwert akzeptiert oder eben nicht. Würde man dieses Modell auf den Massenmarkt übertragen ginge es den Großen sicherlich immer noch einigermaßen gut, den Kleineren allerdings ziemlich bescheiden. Musiker allgemein würden dann auch nicht mehr von Einkommen leben, sondern von Spenden. Manche besser, manche schlechter. Aber sie wären keine Produzenten mehr, die einen Beitrag leisten, sondern schlicht und ergreifend Bettler.

"Auf meinen iPod passen 1,7 miliarden Songs, die kann ich doch auf gar keinen Fall alle kaufen. Ich muss sie ja klauen." Das ist mit das waghalsigste Argument, das ich jemals in derlei Diskussionen gehört habe. Ich verweise bei meinem nächsten Bankbesuch mit aufgezogener Sturmhaube und Waffe in der Hand auch einfach auf meine riesige Geldbörse. Oder aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, nur weil der Konsument ein Produkt als entwertet betrachtet, macht es das noch lange nicht wertlos.



Im Grunde genommen sollte jedem von uns klar sein, dass eine Privatkopie hier und da eigentlich niemandem weh tut. Aber nur weil von Industrieseite panisch eine Null-Toleranz Grenze gefordert wird, eine Diskussion loszutreten in der einige Konsumenten mit unsäglicher Arroganz gegenüber Musikern und Produzenten auftreten, finde ich äußerst zweispältig.

Diese Diskussion ist zudem natürlich prinzipiell auf sämtliche digitalisierten Inhalte anwendbar.

[krustyDC's law]

Donnerstag, 23. April 2009

Ohne aktuellen Anlass.

"Wenn ein Mann es mit zunehmender Dauer eines Beziehungsstreits engültig schafft, seinen Standpunkt unwiderlegbar zu begründen, wird er zwangsläufig beschuldigt, "kleinlich" zu sein.
Damit endet die Diskussion automatisch und die Frau verliert.
Verweist er allerdings auf diesen Umstand, verliert er."

:-)

[parkinsonDC]

Sonntag, 19. April 2009

In einer wissenschaftlichen Publikation vom 28.05.2008 eröffnete ich der Welt einen Einblick in die tiefe Weisheit des Clowns, als ich konstatierte "Man braucht für alles so lange, wie man Zeit hat."

Zu meiner Verbitterung muss ich eben feststellen, dass Wikipedia diese Entdeckung einem gewissen Herrn Parkinson zuschreibt, der vermutlich wissensschaftlich gefälliger formulierte "Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht."

Chapeau! Der Fluch der späten Geburt.

[probecruiserDC #5]

Montag, 13. April 2009

Exkurs: Selbstfindung

Das kuriose am Scirocco war für mich eigentlich meine persönliche Einstellung. Mit dem hochbegeisterten Ar'vroooooom'no war ich stets in der Defensivhaltung und habe alle Gründe gesucht, warum ich den Wagen nicht toll finden kann.
Kaum fragten meine Eltern aber, ob es denn wirklich so ein großer Motor sein müsste, argumentierte ich mich um Kopf und Kragen, warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, sich das Geschoss zu leisten.

Und obwohl ich mich natürlich vor gar niemandem hätte rechtfertigen müssen, tat ich es vor beiden so gut, dass ich mich jeweils absolut rational argumentierend gefühlt habe.

Die menschliche Psyche ist eine wundervolle Gabe...

[probecruiserDC #4]

Freitag, 10. April 2009

Exkurs: Motorenleistung

Unser Polo hat 1,1 Liter Hubraum und 50 PS
Mein Golf hat 1,6 Liter Hubraum und 100 PS
Unser 3er BMW hat 2 Liter Hubraum und 150PS

Das ist die Motorenwelt, die ich kenne und verstehe. Natürlich verstehe ich es auch noch, wenn bei einem Modell ein 2 Liter Motor angeboten wird, der 200PS liefert.
Was ich überhaupt nicht verstehe ist die Motorenpolitik beim neuen Golf VI, der sowohl mit einem 1.6 L (100 PS) Motor angeboten wird, aber dann auch noch mit einem 1.4 Liter Motor mit 80 PS, einem mit 122 PS und einem mit 160(!!!)PS...

Erstmal ist mir als Laien ja sowieso schleierhaft wie man aus einem gleich großen Motor nochmal doppelt so viel Leistung holen kann. Zweitens zwängt sich doch der Verdacht auf, dass das zu Lasten der Laufdauer gehen muss. Und drittens stellt sich die offensichtliche Frage, warum man nicht gleich den 1,6 Liter Motor als Basis für ein leistungsstärkeres Modell nimmt.

So oder so...ich bin überfordert.

[von Clowns lernen #1]

Montag, 26. Januar 2009



Die Schrauben und entsprechenden Schlüssel, die vor allem von IKEA der breiten Masse bekannt gemacht wurden, heißen "Inbus".
Inbus!
Inbus!!!

Und nicht wie folgt (Achtung: bitte nie mehr falsch machen!):
"Imbus"

Es heißt nicht Immensechskant-Schraube, sondern Innensechskant!

Wer am Semesterende die 1 will, merkt sich der Vollständigkeit halber bitte auch den vollständigen Namen des Erfinders: "Innensechskantschraube Bauer und Schaurte".

Class dismissed.

[aus gegebenem Anlass]

Sonntag, 14. Dezember 2008


Life is good :-)

[playerDC]

Freitag, 14. November 2008



Es gibt einen Punkt bei Computer- und Videospielen, den ich nie verstanden habe und wahrscheinlich nie verstehen werde. Eine Eigenart der Industrie, die ich bei keiner anderen so deutlich erkennen kann und die in jeder anderen Branche auch zwangsläufig zum Tod jedes Unternehmens führen würde.

Millionen von Menschen sind Kunden der Spieleindustrie. Jedes Jahr steigt die Zahl der spielenden Weltbevölkerung deutlich an und das seit beinahe 50 Jahren. Hunderttausende dieser Kunden lieben ihre Spiele regelrecht und bemühen sich auch noch um ein Feedback an die Entwickler. Wo es in anderen Branchen eventuell alle 10 Jahre mal einen Produktvergleich der Stiftung Warentest gibt und Produktentwickler darüberhinaus im best case auf eigene Stichprobenergebnisse zurückgreifen können, wird jedes wichtige neue erschienene Spiel rund um die Welt tausendfach von weitestgehend unabhängigen Testredakteuren auf Herz und Nieren geprüft.

Man weiß, dass offene, frei begehbare Spielwelten mit Leben gefüllt sein müssen. Man weiß, dass nicht nur repetive Aufgaben aneinandergehängt werden dürfen. Man weiß, dass sich das Design der einzelnen Levels unterscheiden sollte.

Man kann davon ausgehen, dass Spieleentwickler ganz allgemein gesprochen über so dermaßen viel Feedback verfügen, dass sie gar nicht mehr wissen, was sie bei ihrem nächsten Spieleprojekt eigentlich noch falsch machen sollen. Leider hat ihnen jemand beim Schreiben der Handlungsanweisung einen Streich gespielt:

1. Sammle einen unglaublichen Arsch voll Informationen.
2. Ignoriere sie. Alle!

Jeden Monat werden Spiele angekündigt, deren vollmundige Versprechungen bei Fans nicht selten zu Spontanerektionen mit Happy Finish führen, nur um dann bei Erscheinung so knapp überm Durchschnitt zu liegen, dass selbst ein 12jähriger vor Trauer lieber die Hände über der Bettdecke lässt.

Lara Croft bestreitet demnächst nach zwölf weitesgehend erfolgreichen Jahren ihr neuntes bis dreizehntes Abenteuer (Fuck off, undurchsichtige, wahllose Nummerierung von Spieletiteln!). Und ich erinnere mich noch genau daran wie ich 1996  über die verfickte (Man merkt, ich bin mit dem Herzen dabei...) automatische Kamera gekotzt  habe. Man sah oft einfach nicht, wo man hinlief.
Und jetzt, zwölf Jahre und neun bis zwölf Titel später? Nach mehreren Millionen verkauften Exemplaren und hunderttausendfachem Tester- und Kunden-Feedback? Jetzt muss man in einer Preview zum neuen Teil wiedermal lesen "einzig die teils heftigen Kameraprobleme könnten den Award noch verhindern."[1]

Entschuldigung bitte? Wie scheiße blöd kann man eigentlich sein?

[1] GameStar 12/08

[DRINGEND!!!]

Donnerstag, 5. Juni 2008



Was denken sich eigentlich Leute, die mir eine eMail schreiben

"Bitte ruf mich mal DRINGEND an!!!"

Wenn sie wissen, dass ich gerade für einige Tage unterwegs bin und doch mindestens 10 Leute kennen, die meine Nummer hätten und sie sogar bei xing nachschauen könnten.

"Dringend" und "eMail" passen niemals sinnvoll zusammen.

[früher war alles besser]

Mittwoch, 4. Juni 2008



Ich liebe solche Diskussionen.
"Menschen machen das schon seit Jahrtausenden so, und plötzlich soll es ungesund sein!"
oder
"Früher gab es auch nicht diese oder jene Behandlungsmethode, die man uns heute aufschwatzen will!"

Früher wurden die Menschen auch nur knapp 40Jahre alt!
Und jetzt Klappe zu, ihr Helden.

[k=DC²]

Donnerstag, 29. Mai 2008



WISSENSCHAFTLICHE SENSATION!

Die krustyDC'sche Relativitätstheorie (k=DC²) beschreibt das Verhältnis von vorhandener und benötigter Zeit aus der Sicht von Partizipanten und Beobachtern und die damit verbundenen Phänomene:

"Man braucht für alles so lange, wie man Zeit hat."

Als Beleg nur eine kurze Erläuterung. Mehr wird vermutlich demnächst in den einschlägigen Wissenschaftsmagazinen zu lesen sein.

Ich bin seit knappen 8 Jahren beruflich aktiv als Eventbetreuer, Promoter, Teambuilding-Trainer und Hochseilgarten-Trainer. In dieser Zeit habe ich bei über 300 Veranstaltungen mitgewirkt und vor allem durch meine Erfahrungen bei Vorbereitung und Aufbau konnte ich k=DC² immer wieder belegen.

Von rechnerisch angenommenen 300 Veranstaltungen habe ich vielleicht 5 erlebt, wo bis zu Veranstaltungsbeginn nicht weitestgehend alles noch irgendwie geklappt hat. Es wurde unglaublich oft sehr, sehr knapp. Aber es ging immer irgendwie gut.
Auf der anderen Seite erlebte ich vielleicht 10 Veranstaltungen bei denen alles >30min vor der geplanten Deadline fertig war.
Daraus ergeben sich 95% aller Untersuchungsobjekte, auf die k=DC² zutrifft.

Allein das wäre schon heuristisch hinreichender Beweis genug.

Hinzu kommen allerdings noch hunderte persönlicher Erfahrungen aus Schule, Studium und Privatleben. Sobald ich diese Dokumentationen wiederfinde lasse ich euch Kopien zugehen.

Ich wiederhole, das ist reine Wissenschaft!

Also...mehr Gelassenheit bitte :-)


Ich kichere jetzt schon seit 10min über das Bild. Ich bin so stolz auf mich.
Vielleicht ist jemand von euch ähnlich leicht zu amüsieren...;-)