Unsere regionale Tageszeitung Heilbronner Stimme ist nicht gerade für ihr Niveau bekannt. Ein Kurzbericht über ein Fußballspiel zwischen der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft und einem regionalen Kreisligaverein brachte mich heute wieder zum Kopfschütteln.
Die Quintessenz des Artikels war
"Der Kontakt mit Menschen, die körperlich oder von der Sinneswahrnehmung her beeinträchtigt sind, sensibilisiert und hebt den Wert der eigenen Gesundheit hervor."1Ich finde dieses Satz großartig. Ich habe ihn mehrmals gelesen. Gehörlose weit und breit liegen sich in den Armen und freuen sich ein Loch in den Bauch, dass sie uns allen das tolle Gefühl geben, gesünder zu sein. Im Gegensatz zu den Gehörlosen scheint der Artikelschreiberling mit starken
geistigen Beeinträchtigungen kämpfen zu müssen.
Zum krönenden Abschluss zitiert man dann noch einen Abwehrspieler des Kreisligisten mit der Erkenntnis
"wie gut es doch ist, hören und reden zu können."1Großartig. Elfmeter versenkt. Die Heilbronner Stimme ist Weltmeister der Misanthropie. Warum gehen wir nicht noch einen Schritt weiter und reservieren in Fußballstadien Blöcke für Menschen mit amputierten Gliedmaßen, damit wir bei der Laola bemerken, wie gut es doch ist, Arme und Beine zu haben?
Behinderte könnten so viel für unser Wohlbefinden tun...
Darüberhinaus habe ich vor einigen Tagen eine Nachrichtenmeldung über eine Skifahrerin gehört, in der es hieß
"...beendet aus beruflichen Gründen ihre Karriere."Vielleicht kann da noch jemand so lange drüber schmunzeln wie ich

1 Heilbronner Stimme vom 19.04.2008