[pressespiegel]


Unsere regionale Tageszeitung Heilbronner Stimme ist nicht gerade für ihr Niveau bekannt. Ein Kurzbericht über ein Fußballspiel zwischen der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft und einem regionalen Kreisligaverein brachte mich heute wieder zum Kopfschütteln.

Die Quintessenz des Artikels war "Der Kontakt mit Menschen, die körperlich oder von der Sinneswahrnehmung her beeinträchtigt sind, sensibilisiert und hebt den Wert der eigenen Gesundheit hervor."1

Ich finde dieses Satz großartig. Ich habe ihn mehrmals gelesen. Gehörlose weit und breit liegen sich in den Armen und freuen sich ein Loch in den Bauch, dass sie uns allen das tolle Gefühl geben, gesünder zu sein. Im Gegensatz zu den Gehörlosen scheint der Artikelschreiberling mit starken geistigen Beeinträchtigungen kämpfen zu müssen.
Zum krönenden Abschluss zitiert man dann noch einen Abwehrspieler des Kreisligisten mit der Erkenntnis "wie gut es doch ist, hören und reden zu können."1

Großartig. Elfmeter versenkt. Die Heilbronner Stimme ist Weltmeister der Misanthropie. Warum gehen wir nicht noch einen Schritt weiter und reservieren in Fußballstadien Blöcke für Menschen mit amputierten Gliedmaßen, damit wir bei der Laola bemerken, wie gut es doch ist, Arme und Beine zu haben?
Behinderte könnten so viel für unser Wohlbefinden tun...


Darüberhinaus habe ich vor einigen Tagen eine Nachrichtenmeldung über eine Skifahrerin gehört, in der es hieß "...beendet aus beruflichen Gründen ihre Karriere."
Vielleicht kann da noch jemand so lange drüber schmunzeln wie ich :-)


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Heilbronner Stimme vom 19.04.2008

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Kommentare

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  1. Ebse schreibt:

    Alle Achtung!
    Das witzigste daran ist ja eigentlich, dass die bei der Heilbronner Stimme höchstwahrscheinlich wirklich zu behindert sind, um mitzukriegen dass das ziemlich scheiße ist.
    Schon an den Hohlspiegel geschickt?
    Ach ja, n1 auch das andere. :-)
    Normalerweise ist aus beruflichen Gründen die Karriere zu beenden doch eher ein passiver Vorgang sollte man meinen ... :-)

  2. Das_Flonsen schreibt:

    Ich habe vor kurzem aus gesundheitlichen Gründen eine Grippe überstanden. Jetzt geht es mir gut.

  3. Thomas F. aus S. schreibt:

    hm...schonmal daran gedacht, dass nicht alle
    Sportler Berufssportler, sondern einige auch Amateure sind? Die müssen neben Ihrem Sport auch noch Geld verdienen um Ihren Sport betreiben zu könne.

  4. krustyDC schreibt:

    Ach...? ;-) Nein, das ist mir natürlich klar. Ich weiß, dass es so gemeint war.
    Trotzdem fand ich den Satz sehr amüsant. Wie ich schon sagte..."*vielleicht* kann da noch jemand drüber schmunzeln..."


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