[winterkinder]
Angesichts zweier Erzählungen von Kinderunfällen, die es hier und hier in den netdigest geschafft haben, möchte ich für die Blogleser auch mal einen Schwank aus meiner "Jugend" zum Besten geben. Zumal es ja auch wettertechnisch heute nochmal richtig gut passt
Ich nahm den 6jährigen Sohnemann meiner damaligen Freundin mit zum Schlittenfahren und ließ ihn nach ein paar gemeinsamen Abfahrten und ausuferndem Betteln schließlich auch alleine den Abgrund runter schießen. Bei der dritten oder vierten Fahrt kam es dann zum wohl unvermeidlichen, spektakulären Überschlag mit sofort einsetzendem markdurchdringendem Schreien.
Unter den vorwurfsvollen Blicken der umstehenden mittdreißiger Mustermütter (ich war damals 25) rannte ich zum Unfallort. Ein Grüppchen schaulustiger Damen hinter mir her. Der erste Eindruck ließ keine Verletzungen erkennen. Kein Blut, alle Extremitäten vollzählig vorhanden, in Ursprungsform und beweglich. Der Kleine schrie einfach nur ununterbrochen. Wie Kinder das eben zu tun pflegen, wenn sie glauben es gehöre sich in einer Situation. Diverse mögliche Katastrophendiagnosen der Übermütter ließ ich unkommentiert.
Stattdessen wechselte ich Gesichtsausdruck und Stimmlage von erschreckt zu begeistert und sagte: "Junge!! Ein DREIFACHER ÜBERSCHLAG!! Wie cool war DAS denn bitte!?" Totenstille bei den Damen, die vermutlich glaubten, ich hätte jetzt vollkommen den Verstand verloren. Aber auch der Kleine hörte sofort auf zu schreien, kuckte mich irritiert mit seinen verheulten Augen an und fragte "Eeeecht?" wischte sich den Rotz von der Nase "Hast du es gesehen?!"
Entsprechend erzählte er beim Heimkommen seiner Mutter dann auch nicht die Geschichte des schrecklichen Unfalls unter erneuten Tränen, sondern beifallheischend den Ablauf seines allerersten Stunts. Kinder eben