[kill0rspiele]


"Dies ändert aber nichts daran, dass ich zum Beispiel mit den anderen Mitgliedern der Gutenberg-Kommission zu dem Massaker in Erfurt feststellen musste, dass Steinhäuser sich über Monate und Jahre die Voraussetzungen für sein Verbrechen geschaffen hat, indem er ein hohes Maß an Fertigkeiten durch Schießübungen erworben hat.
Ohne dies wäre es ziemlich ausgeschlossen gewesen, dass er es geschafft hätte, 16 Menschen innerhalb von circa zehn Minuten zu ermorden."

Dieses Zitat von Thüringens Innenminister Karl Heinz Gasser aus einem tagesschau-chat würde durchaus Sinn machen. Leider hat er es so nicht geschrieben, sondern statt Schießübungen Killerspiele für das hohe Maß an Fertigkeiten verantwortlich gemacht.
Schön, dass im chat durchaus vernünftige Gegenstimmen zugelassen wurden, und Gasser sich ansonsten zumindest nicht völlig bescheuert geäußert hat, aber den Kopf habe ich trotzdem lange geschüttelt.

Es ist doch bemerkenswert, dass man über die Lächerlichkeit der Killerspielediskussion mit keinem vernünftig denkenden unter 40jährigen diskutieren muss, aber das Thema trotzdem die deutsche Medienwelt und Politik beherrscht.

Mal davon abgesehen, dass doch vermutlich jeder Mensch mit einer halbautomatischen Waffe 16 Menschen in einem Raum in 10 Minuten ermorden kann.

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Kommentare

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  1. Das_Flonsen schreibt:

    Es gibt nichts, was nicht schon darüber gesagt worden ist. Natürlich ist man fassungslos darüber und erschrocken, was passiert ist, jedoch bin ich es langsam leid, daß nach jedem Amoklauf fast akribisch danach gesucht wird,ob der Amokläufer "Killerspiele" gezockt hat, um dann zu sagen: SIEHSTE! Wir haben es doch immer gesagt.
    Daß die Profile der Amokläufer auch in anderen Bereichen Gemeinsamkeiten aufweisen wird zwar erwähnt (Außenseiter,depressiv,introvertiert,kontaktscheu,fehlendes soziales bzw. familäres Netz)-jedoch vermiße ich hier vernünftige Vorschläge zur Behebung und Erkennung dieser weitaus größeren Probleme.Und es bleibt die Frage, was zuerst war: Killerspiele,die einen zum Außenseiter machen oder das Außerseiterdasein, das einen zu den Killerspielen auf der Suche nach Bestätigung bzw. als Ventil der eigenen Frustration bringt? Ich glaube Zweiteres ist der Fall....und da kommen wir dann zu den Wurzeln des Ganzen: Das Verbot von Killerspielen ist weitaus einfacher und populistischer, als die intensive Bemühungen solche Charakter in der Schule/Gesellschaft zu integrieren und/oder psychologisch zu betreuen,um so eine Eskalation zum Amoklauf präventiv zu verhindern.

    Das_Flonsen

    P.S.: Es ist schön zu sehen, daß KrustysenDC noch lebt und BlogsenDC weiterhin zwar eigenartig riecht aber noch ansprechbar ist. Melde mich gleich mal direkt via Phone bei Dir.

  2. TheKaiser schreibt:

    Alles eine Frage der Munition. Mit einem Tennisball komme ich beim Dosenwerfen nicht weit, aber mit zwanzig räume ich gnadenlos ab...

  3. der Henning schreibt:

    also leute, ich muss schon sagen... ich meine, ich habe bereits eltern in seminaren davon überzeugen können, dass ihre 13-15 jährigen nicht gleich zu schießwütigen killermaschinen werden, nur weil sie hin und wieder mal ein paar in pixeln dargestellte freunde über den haufen schießen und sich dabei nen ast abfreuen...
    entsprechend stehe ich natürlich auch zu dem thema und habe auf eine diskussion ala erfurt oder emsdetten gewartet.
    nun, die killerspiele wurden in der bisherigen diskussion um winnenden(übrigens, die ehemalige schule der ex) auch nicht ausgelassen. ABER, und das wurde bisher zumindest sehr oft im gleichen atemzug der experten(nicht der politiker) erwähnt, killerspiele verstärken nur bereits vorhandene anlagen... und ich denke in diesem punkt, kann auch kein lammfrommer exessiver e-sportler wiedersprechen.
    deswegen seht es mal positiv, die diskussion läuft diesmal(zumindest noch) ein ganzes stück weit anders ab als die letzten male...

  4. Kerstin schreibt:

    Immerhin! Das beruhigt mich schonmal. Trotzdem hab ich Angst, dass "Killerspiele" auch nur deshalb verboten werden können, weil sie ja bei einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung eben diese Anlagen verstärken können und deshalb für niemanden zugänglich sein sollten. seufz Na, mal abwarten.

    Ich spiel auch gern UT, und am Wochenende erschieße ich fiese Feinde mit (Latex-)Pfeil und Bogen. Fragt sich nur, wie lange noch. Bald wird alles, was auch nur ansatzweise dazu führen könnte, sich Gewaltphantasien zu machen, verboten sein, und in den Gedanken wird es dennoch nichts ändern, denn die sind ja bekanntlich frei. Ein neuer Ansatz muss also her.

    Und, ganz ehrlich: Ich glaub, der beginnt bei der Erziehung im Kleinkindalter. Kann also frühestens bei der nächsten Generation greifen... Bis dahin trauere ich mit den Eltern der erschossenen Schüler und hoffe, dass sowas nicht eines Tages an der Schule meines (noch knapp einjährigen) Kindes passiert.

  5. der Henning schreibt:

    Nachtrag:
    http://saschalobo.com/2009/03/25/erlaubtheiten/

    http://www.gamestar.de/kolumnen/1954698/killerspiele_kinderporno.html


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